Vertrauen…

Manchmal geschehen im Umgang mit einem Tier Dinge, die uns unheimlich überraschen und die uns stolz machen. Im Unterricht erzähle ich meinen Schülern oft, dass sie an sich glauben und sich kleine Ziele setzen müssen. Ich kann das mit voller Überzeugung sagen, weil ich selbst diesen Weg gegangen bin…

Als ich gestern mit meinem Soleo unterwegs war, sind wir einen neuen Weg gegangen. Wer mich kennt den wundert es nicht, ich habe mich gnadenlos verritten. Ein Weg ging in den nächsten schönen Weg über und irgendwann war mir klar, dass ich keine Ahnung hatte wo ich gerade bin. Für diese Fälle haben Soleo und ich einen Deal, der seit einigen Jahren perfekt funktioniert. Immer wenn ich mich in meiner Begeisterung verreite, gebe ihm den Zügel und ein Kommando und er bringt uns nach Hause. Das funktioniert im Galopp und auch im flotten Trab. Ich bin immer wieder beeindruckt wie mein Pferd vor dem Abbiegen kurz abbremst und somit wirklich gut auf mich aufpasst, denn er könnte das auch ohne das Tempo zu verändern. Er hat gestern Abzweigungen genommen, die ich bewusst noch nie gesehen habe und in die ich niemals abgebogen wäre. Meine Frage „Echt jetzt, oder?“ hat er mit seiner absoluten Ruhe beantwortet.

Ja, ich habe euch gesagt ihr müsst die Führung übernehmen und müsst unter Beweis stellen, dass ihr in der Lage seid zu führen. Je nach Temperament und Rang wird euer Pferd das immer wieder abfragen und das ist gut und wichtig so ABER wenn die Basis geklärt ist, kommt als Bonus das was daraus entsteht: Partnerschaft und Vertrauen. Pferd und Reiter werden ein Team und man kann sich blind auf den anderen verlassen. Diese Situation hat mir wieder einmal gezeigt, dass ich ein tolles Pferd habe und mir war sofort klar, dass ich etwas dazu posten möchte. Einfach um euch zu sagen, dass ich verstehe wie wichtig so kleine Dinge sind wie „allein ausreiten können“ oder „ohne schlechtes Gefühl im Bauch auszureiten“. Für Außenstehende die sich noch nie damit befassen mussten ist das lächerlich. Ich weiß nicht wie oft ich in unserer schwierigen Zeit, also unserer Lernphase gehört habe: „Verkauf den blöden Gaul doch.“ Aber das Tier zu verkaufen würde uns nicht das Problem nehmen und nicht das Gefühl geben das es uns gibt, wenn wir an einem schönen Abend durch den Wald reiten können und dabei alle Sorgen des Alltags hinter uns zu lassen.

Als ich abgestiegen bin und dabei mein Pferd genau angesehen habe, war mir klar dass ich noch viel mehr schreiben müsste um zu zeigen wie unsagbar stolz und dankbar ich bin.

Mir fiel nämlich in diesem Moment auf, dass ich vergessen hatte die Zügel einzuhängen. (Zur Erklärung: Zum Führen machte ich sie immer am Halfter fest, weil ich Soleo immer noch nicht abgewöhnen konnte, beim Führen am Zügel zu kauen. Bevor ich aufsteige hänge ich sie eigentlich wieder ein) Diejenigen die mich kennen, mein Buch gelesen haben oder Unterricht bei mir nehmen wissen, dass auch mein Start mit meinem Pferd nicht ganz leicht war und verstehen deshalb auch was so ein Erlebnis für einen selbst bedeutet. Vertrauen können ist eines der wichtigsten Dinge für uns alle und darum möchte ich euch eines ans Herz legen: Hört nie auf euren eigenen Weg zu gehen! Ihr müsst es schaffen alle Leute auszublenden die an euch oder dem was ihr macht zweifeln. Diese Menschen nehmen euch die Kraft und den Mut an euch selbst zu glauben. Jeder Weg ist so individuell, wie es jeder von uns und unseren Pferden ist.

Der Weg zu und mit eurem Pferd ist ein Weg, der jeden Tag neues bringt. Ein Weg, der uns jeden Tag dazu zwingt neue Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und neue Sichtweisen zuzulassen. Es wird niemals der Tag kommen, an dem man nichts mehr dazulernen kann.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende und ein Dankeschön an das beste Pferd der Welt…

2 Kommentare zu „Vertrauen…“

  1. Hallo Mia, deine wahre Geschichte ist wunderbar. Doch nicht nur auf das Pferd oder die Tiere bezogen, sollte jeder Mensch einen Partner haben, auf den man sich in schwierigen Zeiten blind verlassen bzw. vertrauen kann. Ich danke dir für die Erinnerung, dass man jeden Tag dafür dankbar sein sollte, so jemanden zu haben. Egal ob Mensch oder Tier. Auch dir ein wunderschönes Wochenende und bis bald. 🙂 Linda

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