Die Alpenüberquerung – Der 3.te Reittag

Heute liegt der bisher schönste und auch anstrengendste Reittag hinter uns. Nach dem Start mit einem tollen Frühstück, wartete schon meine neue Helferin auf mich…

Genauer gesagt stand sie mit ihren Gummistiefeln schon seit 6:30 Uhr bereit. Soleo bewies auch heute wieder, dass er trotz ausgebrochenem Pferd  das auf ihn zustürmte und der Tatsache, dass ihm gerade ein  kleines Mädchen etwas von geflochtenen Zöpfen  und rosa Schleifen erzählte, durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist.  😜

🦄

Allerdings gab es an diesem Morgen leider auch eine schlechte Nachricht. Ira’s Stute war es wohl gestern zuviel und deshalb fällt sie heute aus. So etwas ist immer traurig für alle. Bitter vor  allem auch für Ira, die wirklich diejenige in unserer Gruppe ist, die sich am besten vorbereitet hatte. So ziehen wir also heute mit 9 Menschen und 9 Pferden los und zumindest ein Teil von uns ist bedrückt. Wir hoffen, dass sich bis morgen eine Besserung einstellt und die beiden wieder dabei sein können.

Bevor wir zur heutigen Etappe starten, ertönt wieder das unvermeidliche Jagdhorn mit dem die Veranstalterin den Tag gern ein und manchmal auch ausläutet. Im Gegensatz zum ersten Tag, an dem alle Pferde das Tröten ziemlich erschreckend fanden, ignorieren es heute die meisten. Wir packen uns etwas zum Essen ein, denn heute gibt es steckenbedingt kein Picknick. Es sind viele tolle und vor allem lange  Trab-Strecken dabei und auch die Landschaft verändert sich zunehmend. Wir kommen heute sogar einmal auf eine Höhe von 1200 Metern und machen insgesamt 33 km.

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Für mich persönlich ist die Begegnung mit den freilaufenden Rindviechern oder auch Weidevieh (wie der Fachmund sagt) das Highlight des Tages. Wir reiten durch ein großes Gatter an dem schon auf die freilaufenden Kühe hingewiesen wird und zugegeben bin ich etwas nervös. Ich weiß aus der Erfahrung der letzten Tagen, dass mein Pferd keine Angst vor Kühen hinter einem Zaun hat und auch dann ruhig bleibt, wenn die Youngster spielend auf uns zugaloppieren. Ich habe jedoch keine Ahnung wie er reagiert, wenn dieser Zaun nicht mehr zwischen uns ist und wir direkt durch die Herde müssen. Ein bisschen schade finde ich hierbei, dass die Frage nach dem richtigen Verhalten in solchen Situationen unbeantwortet blieb. Nach mehrfacher Nachfrage gab es zumindest die Auskunft „Durchreiten.“ – Ja, das wäre uns jetzt so auch klar gewesen und ist genau die fachmännische Auskunft die man braucht um neue Situationen zu meistern. Gut, dass eine ganz liebe Mitreiterin aus Österreich kommt und auf ihren Reitwegen sehr häufig Kühe sind. Also handhabe ich es so, wie ich es auch mit jedem meiner Schülern handhaben würde: Wir klemmen uns an ein erfahrenes Pferd und ich werde je nach Reaktion handeln.

Was soll ich sagen? Soleo zuckt nicht mal, sondern ist interessiert. Es ist wirklich der Hammer!!! Keine Sekunde gezögert und mein Stolz ist unsagbar groß. Wir stehen inmitten dieses Glockengeläutes und irgendwie finden die Kühe uns genauso interessant wie wir sie.

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Die Pause machen wir inmitten in einer Herde neugieriger Kälber und Kühe und diese sind zwar neugierig, aber auch vorsichtig im Umgang mit den Pferden. Nach dem Aufsteigen will ich es natürlich wissen und muss testen ob Soleo Rinder treiben kann. Der Versuch gelingt im ersten Anlauf und man sieht deutlich wie toll auch mein Pferd es findet, dass die Rinder vor ihm weichen. Schmeichelt definitiv seinem Ego 😉

Ganz nebenbei kann man auch ganz deutlich die unterschiedlichen Naturelle der Pferde erkennen. Apollo ist sofort im Angriffsmodus und hechtet mit angelegten Ohren auf die Kühe zu, während Soleo souverän und beherrscht bleibt und sie ruhig aber konsequent dorthin treibt wohin ich das will. Ich würde jetzt gern sagen „…wie der Herr so`s Gscherr“ aber das glaubt wieder keiner und darum bin ich einfach super glücklich über mein entspanntes Cowhorse.  😍

Unser nächstes Ziel an diesem Tag ist der Grenzübergang nach Österreich und hier vor allem die Tankstelle an der Grenze zu Österreich. Schließlich sind Georg und ich seit dem Frühstück ohne Kaffee und somit definitiv auf Koffeinentzug. Wer uns kennt, weiß das dies ein grausliger Zustand ist, vor allem für alle anderen…

Kaum angekommen werden die Pferde getränkt und die Angestellten der Tankstelle sind hier echt super und total hilfsbereit. „Wasser für die Pferde am Klo, Kaffee kriagts bei uns“ Für die Touristenbusse und Familien sind wir so exotisch wie Ausserirdische und es werden viele Bilder von unserer Gruppe gemacht, Es werden Kinder für Erinnerungsbilder auf die Pferde gesetzt und die Stimmung ist entspannt. Nicht zu vergessen: Der Kaffee ist super! 👍☕️☕️

Nach diesem Stopp geht es zur letzten Etappe des Tages. Mit Begleitschutz überqueren wir die stark befahrene Straße und traben dann im flotten Tempo das letzte Stück zum Tagesziel.

Wir freuen uns dort Ira und ihre Stute Siri zu sehen. Vielleicht war die unfreiwillige Pause ganz gut für Stute Siri (das Pferd mit der Kuhphobie) weil sie somit den Hardcore-Kuh-Test nicht machen musste. Dank unserer Fachfrau Katrin, bekam Siri am Abend noch den „Katrin-Spezial-Huf-Verband“ angelegt und wir hoffen alle, dass die beiden morgen wieder mit uns kommen können.


Nachdem die Paddocks aufgebaut und die Pferde versorgt sind, können wir an uns denken. Bei der Hotelsuche stoßen wir auf den Hinweis zum Jakobsweg und manchmal denke ich, dass wir auch irgendwie eine Art Pilgerweg gehen. Zumindest üben wir uns in Ruhe und Gelassenheit und das ist manchmal gar nicht so leicht, aber bevor ich abschweife, suche ich lieber das Hotel und gehe duschen. Schließlich wartet der riesige Löwenteller auf uns.

 

Ein aufregender Tag liegt hinter uns und ich bin sehr gespannt was morgen kommen wird. Morgen geht es Richtung Fernpass und somit auf zu neuen Abenteuern…

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