Einfach mal ich selbst sein…

Manchmal begegnen mir die Themen für den Blog eher zufällig.

Eine sehr gute Freundin von mir hatte zum Beispiel gepostet, nachdem Marcel Kaupp das „Supertalent“ gewonnen hatte

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Ein absolut positiver Post und doch kam von jemanden die Antwort, dass es doch die Frage wäre was man dann gewinnen würde…

Meine erste spontane Emotion war Mitleid… Mitleid, weil es immer noch genug Menschen gibt die der Meinung sind dass sie mehr erreichen wenn sie den Erwartungen entsprechend die jemand anderes an sie stellt. Aber sind sie wirklich glücklich wenn sie vorgeben etwas zu sein was sie nicht sind? Wie lang kann man so eine „künstliche Persönlichkeit“ am Leben erhalten? Ist man „normal“ wenn man sich mit der Masse bewegt – ein Schaf unter vielen Schafen auf dem Weg zur Schlachtbank?

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Aus eigener Erfahrung kann ich ganz ehrlich sagen, dass „man“ in dieser Rolle in die man sich drängen lässt definitiv nicht glücklich ist und es auch gar nicht sein kann. Es ist eher so als wenn man der Darsteller in einer sehr schlechten Dailysoap wäre. Irgendwann verliert man nicht nur den Spaß am Leben sondern auch den Blick für die schönen Dinge die das Leben bietet. Aber – und jetzt kommt die gute Nachricht – man kann sich selbst aus dieser Situation lösen! Man braucht nur Mut, Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen.

Ich war vor längerer Zeit auf einem Vortrag von Robert Betz, einem genialen Redner der es schafft die Menschen zum Denken zu bewegen. Er hat unter anderem eine Frage gestellt die genau zum Thema passt: „Willst du normal sein oder glücklich?“ Gute Frage oder? Denn wer hat die Berechtigung für uns selbst normal zu definieren?

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Es ist nicht nur immer „unsere Gesellschaft“ Es ist unser persönliches Umfeld das von Kindheit an Werte festlegt nach denen man sich zu richten hat und die auch Sätze prägen in denen mindestens einmal das Wort „man“ vorkommt.

„Man“ ist eine gern genutzte Person wenn man zu feig ist „Ich“ zu sagen. „Man“ ist der enge Verwandte von „die anderen“ und steht direkt neben „alle haben gesagt“. Wer ist dieses Umfeld dass sich anmaßt zu bestimmen wie wir sein müssen um gut zu sein? Zu diesem „Umfeld“ gehört nicht nur der Chef und Kollegen sondern auch unsere Familie und unsere Freunde UND sie meinen es nicht böse! Denn auch sie wurden auf die eine oder andere Weise geprägt und geben das weiter. Unser Job ist es die Spirale zu unterbrechen!

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Nicht mehr mitzumachen! Eigene Wege zu beschreiten DENN: Wir sind gut so wie wir sind! Wir brauchen lediglich einige gute und auch viele schlechte Erfahrungen um irgendwann aufzuwachen und zu erkennen dass es nicht nötig ist eine Rolle zu spielen. Um zu erkennen dass wir so nicht weitermachen wollen und dann haben wir nämlich das oben angesprochene:

Mut

Beharrlichkeit

Durchhaltevermögen

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Und hier eine kleine Checkliste 😉

1. Fang an dich selbst zu mögen!

  • Du bist gut so wie du bist. Klein, groß, dick, dünn – das alles hat doch nichts mit dir als Menschen zu tun! Also akzeptiere dich so wie du bist, denn wenn du dich nicht magst wie sollten es andere können?

2. Hab keine Angst vor dem Alleinsein!

  • „Freunde“ die nichts mehr mit dir anfangen können weil du auf einmal du selbst bist, sind keine Freunde. Sie  mögen die Fassade aber nicht den Menschen dahinter. Hab keine Angst wenn sie gehen, denk lächelnd an die schönen Zeiten die ihr miteinander verbracht habt und gehe mit offenen Augen weiter – es werden andere Menschen in dein Leben kommen und dieses bereichern.

3. Schenk dir Zeit mit dir selbst!

  • Die ersten Male wird es euch komisch vorkommen irgendwelche Dinge allein zu machen, aber dann werdet ihr feststellen dass ihr euch damit den Kopf freimachen könnt. Sich um niemanden kümmern müssen (denn das ist ja unsere liebste Ausrede vor uns selbst – wir haben keine Zeit weil wir immer etwas zu tun haben…) gibt die Möglichkeit mal auf sich selbst zu hören.

4. Denke positiv!

  • Negatives Denken ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn du nur schlechtes denkst, ziehst du nur das Schlechte an weil du für das Gute kein Auge hast. Gib dir maximal 5 Minuten Zeit dich über etwas oder jemanden zu ärgern und dann schließe es ab mit dem Gedanken dass es nicht wichtig genug ist um dir den Tag zu versauen…

Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

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Auge in Auge oder warum ich Smileys hasse…

Wann hat eigentlich diese Unart angefangen unangenehme Dinge nur noch via Facebook oder Whatsapp mitzuteilen? Wann haben die Menschen aufgehört genug Arsch in der Hose zu haben um ein Gespräch Auge in Auge zu führen? Und vor allem wann haben die Menschen angefangen zu glauben dass eine dämlich grinsende gelbe Kugel das besser macht?

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Irgendwie scheint dieser Trend an mir vorbeigegangen zu sein und das obwohl ich begeisterter Whatsapp Nutzer bin. Nennt mich altmodisch, aber es gibt Dinge die sollte man einfach noch persönlich klären, denn schließlich hat es doch auch mit Wertschätzung gegenüber dem anderem zu tun. Was ist mir der andere wert? Was bin ich bereit zu investieren? Und ist Zeit nicht unser wichtigstes Gut? Also jemanden Zeit zu schenken ist ein Zeichen dafür, dass ich denjenigen schätze und er oder sie es mir wert ist mir diese Zeit zu nehmen.

Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe in die „Oldie“ Ecke abgeschoben zu werden: MIR FEHLT DAS!!!

Mir fehlt es sich offen und ehrlich anzubrüllen, sich Gemeinheiten an den Kopf zu schmeißen und an der Reaktion des anderen zu sehen dass man über das eigentliche Ziel hinausgeschossen ist und ja es fehlt mir auch diesen Moment in den Augen und an der Reaktion des anderen zu erkennen und spontan „Es tut mir leid“ sagen zu können…

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So schön es ist jederzeit in Kontakt treten zu können und anhand ein paar blauer Häkchen zu sehen ob der andere es dann schon gelesen hat oder nicht, es bleibt etwas wesentliches auf der Strecke. Emotion, Empathie und Mitgefühl. Dafür erhalten wir jede Menge verletzter Gefühle und Missverständnisse.

Diese Nachrichten sind so schnell getippt und ich werde das Gefühl nicht los das die wenigsten über die Konsequenzen nachdenken. Und sollte ihnen irgendwann bewusst werden was sie da angerichtet haben bringt ein verschämt grinsender Smiley die Sache wieder in Ordnung. Also ganz ehrlich da fällt mir nur noch ein Smiley ein der ausdrückt was ich mir denke…

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