Abschied von Bagno…

Der Abschied von Bagno fiel mir definitiv schwer…

Das Leben, die Menschen, das ganze Lebensgefühl – es war ein Ort an dem man sich sofort zuhause fühlt. Ein Ort an dem man mit den Einheimischen in der Bar sitzt und sich nach dem 3.ten Espresso einfach kennt. Ein Ort an dem man sich gegenseitig die Tageszeitung in die Hand drückt, solidarisch beim Fußball mitfiebert und das Gefühl hat schon ewig dort zu sein. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass es sich um ein kleines Dorf handelt in dem jeder wirklich jeden mindestens 2 x am Tag sieht ziemlich förderlich um Kontakte zu schließen 😉

Im Vorfeld hatte ich ja einen Artikel gelesen in dem die Autorin erzählt, dass es hier auch immer wieder zu Beziehungen und Ehen zwischen den Einheimischen und den Studenten/innen gekommen ist aber keine Angst hier wird man nicht angesprungen und auf der Stelle geheiratet 😉 Obwohl es ein schöner Ort wäre um dort zu leben…

Bagno ist, wie viele andere kleine Dörfer in Italien, von der Wirtschaftskrise betroffen und so haben nicht mehr alle Geschäfte jeden Tag bis spätabends auf. Nachvollziehbar – vor allem an den Tagen an denen nicht so viele Kurgäste die Thermalbäder nutzen und man nur ein paar vereinzelte Studenten der Sprachschule oder einige ältere Leute bei ihrem Caffè sitzen sieht. An den beiden Markttagen ist das Dorf dann aber wieder voll mit Menschen und man hat die Möglichkeit sich überall zu unterhalten. Persönliche Gespräche werden hier generell groß geschrieben. Die Menschen sind offen und bereit sich die Zeit zu nehmen die es braucht um auch Anfänger die richtigen Worte zu finden.

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Ganz besonders schön war auch der letzte Abend mit Karin und Marlies in „unserer“ Bar in der sich mein Lieblingskellner noch mit dickem Baccio verabschiedet hat. Jeden Morgen hat er mir nicht nur meinen Caffè gebracht sondern auch immer eine Lektion in der italienischen Konversation 🙂 Ich werde auch nie vergessen wie glücklich er war als ich bereits am zweiten Tag einen Caffè bestellt habe und keinen Espresso 😉

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Maria war stolz wie eine Mama auf jedes meiner italienischen Wörter und wurde nicht müde jedem zu erzählen wie sehr ich mich verbessert habe. Generell würde ich jedem empfehlen die Möglichkeit einer Gastfamilie zu nutzen. Die Erfahrung in der Familie zu leben, zu essen und sich am Tagesgeschehen zu beteiligen ist unbezahlbar. In keinem anderen Urlaub kann man soviel über das Land und die Menschen lernen. Man ist Teil einer Familie und gehört deshalb für die Nachbarschaft genauso dazu wie jeder andere Besuch auch und man lernt nicht nur italienisch zu sprechen sondern auch italienisch zu leben…

Eine wunderbare Erfahrung die ich nicht missen möchte und tatsächlich vermisse ich „meine“ Familie und werde auch weiterhin den Kontakt halten…

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2 Kommentare zu „Abschied von Bagno…“

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